Natur pur

Verträumtes und fast Vergessenes

Viator, vale. „Wanderer, lebe wohl!“ Ein Abschiedsgruß, der manch Wandersfrau oder –mann nach Touren durch die Ferienregion Scharmützelsee sentimental werden lässt. Denn man kann sich schon in sie verlieben, egal, ob auf Schusters Rappen oder mit Walkingstöcken. Dabei ist es gleich, ob man sich von versierten Gästeführern bei Rundgängen durch Storkow und Bad Saarow Verträumtes, Verblüffendes oder fast Vergessenes zeigen lässt, ob man schnurstracks zu den Markgrafensteinen bei Rauen marschiert oder auf dem Schmeling Rundweg durch Bad Saarow unterwegs ist.

Das milde Reizklima und die vielgestaltige Landschaft verzaubern auch den Nordic Walker: zum Beispiel nördlich Bad Saarows an den Wierichwiesen entlang, wo das heilkräftige Moor gewonnen wird, auf dem Naturlehrpfad in den Rauener Bergen oder auf dem Wanderweg um den Petersdorfer See.

Ausflugstipps finden Sie hier: Wander, Wasserwander, Tagesausflugstipps & Radtouren

Highlights

Scharmützelsee
Der Scharmützelsee ist einer der größten Seen in Brandenburg und ein typischer Rinnensee. Er entstand in einer subglazialen Rinne während des Brandenburger Stadiums der Weichselkaltzeit und gehört wie über 200 weitere Seen zur (Komma raus) eiszeitlich geformten Region im Einzugsgebiet von Spree und Dahme südöstlich von Berlin. 

Der Scharmützelsee ist als Teil der gut 33 Kilometer langen Bundeswasserstraße Storkower Gewässer über das fast zwei Kilometer lange und kanalartig ausgebaute Wendisch Rietzer Fließ, über die weiteren Teile der Storkower Gewässer und die Dahme an die Berliner Gewässer angeschlossen.

Video: Blick von oben

Moorwiesen, Bad Saarow 
1912 entdeckte man nördlich des Scharmützelsees ein Raseneisenstein-Moor-Vorkommen, das bedeutete dicht unter der Erdoberfläche fanden sich Spuren von Eisenerzvorkommen. Bereits zwei Jahre später eröffnete ein Moorbad, in dem die Betreiber das heilkräftige Moor der Wierichwiesen anwendeten. Dank der umfangreichen Vorkommen dieses natürlichen Heilmittels konnte sich der beliebte Kurort entwickeln. 1998 wurde Bad Saarow als erster Ort im Land Brandenburg als Sole- und Moorheilbad staatlich anerkannt. Reichhaltige Solevorkommen wurden 1996 in unmittelbarer Nähe neu erschlossen, um die SaarowTherme zu betreiben.

Rauener Berge mit Aussichtsturm 
Die Rauener Berge sind benannt nach dem Ort Rauen und befinden sich südlich von Fürstenwalde/Spree. Ihre höchste Erhebung misst 153 Meter. Berühmt und bekannt sind die Rauener Berge vor allem durch die aus Granit bestehenden und als Naturdenkmal geschützten Markgrafensteine. Der Große und der Kleine Markgrafenstein gelten als die größten bisher in Brandenburg entdeckten Findlinge und sind eine Hinterlassenschaft der letzten Eiszeit.
Ganz in der Nähe der Markgrafensteine befindet sich ein 40 m hoher Aussichtsturm. Der Aufstieg für 1,00 EUR lohnt sich in jedem Fall. Von oben ist der Blick über den Scharmützelsee, die Dubrower Berge, nach Fürstenwalde und Rauen einmalig. Bei schönem Wetter und guter Sicht erkennt der Besucher im Westen den Berliner Fernsehturm und im Süd-Westen das Tropical Islands.

Dubrower Berge mit Osterquelle
Bei den Dubrower Bergen handelt es sich um eine eiszeitlich geformte Erhebung. Sie liegen etwa sechs Kilometer südöstlich von Fürstenwalde/Spree zwischen der Gemeinde Langewahl und dem Ortsteil Alt Golm. Wanderer können die ausgedehnten Wälder und das abwechslungsreiche Gelände der Dubrower Berge sowie der Umgebung durchstreifen. Mountainbiker finden hier anspruchsvolle Touren. Versteckt im Buchenwald und nicht weit von der Ortschaft Langewahl entfernt befindet sich die „Oster-Quelle“.

Binnendüne, Storkow
An den Waltersbergen geht es hinauf zu einer der höchsten Binnendünen Brandenburgs. Sie entstand vor 8.000 bis 10.000 Jahren als sich die Gletscher der Eiszeit langsam zurückzogen und am Gletscherrand große vegetationsfreie Landschaften zurückließen. Seltene Steppenpflanzen wachsen hier, Sandoffenflächen, Trockenrasen und lichte Kiefernbestände prägen die Landschaft. Die Düne erhebt sich 36 Meter über die Wasserfläche des Storkower Sees und ermöglicht an ihrem höchsten Punkt einen fantastischen Rundblick über ausgedehnte Wälder, Flure und nicht zuletzt den Storkower See. Erleben Sie eine einmalige Landschaftsform und informieren Sie sich auf dem Naturlehrpfad „Martin-Graef-Weg" über die Tiere und Pflanzen dieses seltenen Lebensraumes.

Salzwiesen, Storkow
Die Storkower Salzwiesen sind eine der am besten erhaltenen Binnensalzstellen im Land Bandenburg. Viele der auf den Salzwiesen wachsenden Pflanzenarten wie Strand-Aster, Strand-Milchkraut und Salzbinse sind sogenannte Halophyten, die an einen salzhaltigen Standort gebunden sind und hier in großer Zahl wachsen. 
In dem rund 100 Hektar großen Naturschutzgebiet fühlen sich besonders wiesenbrütende Vögel wie der Kiebitz wohl. Vom Aussichtsturm an den Marstallwiesen blickt man nicht nur bis zum Schaplowsee, sondern kann auch ungestört Rehe, Kraniche, Wildgänse und Störche beobachten. Der 8,5 km lange Salzweg gewährt Ein- und Ausblicke in die faszinierende Welt der Salzwiesen. Von der Burg Storkow führt der Rundweg am Bahnhof vorbei durch die Luchwiesen nach Philadelphia und Groß Schauen. Entlang der Marstall- und Burgwiesen geht es zurück zur Burg Storkow.

Heinz Sielmann Naturlandschaft Groß Schauener Seenkette 
Zur Groß Schauener Seenkette gehören der Schaplowsee, der Groß Schauener See und der große Wochowsee sowie der Selchower See, der Schweriner See und der Bugker See. Sie ist einer der bedeutendsten Flachwasserseenketten Europas mit breiten Ufer- und Gelegezonen. Hier bietet sich noch Lebensraum für bestandsbedrohte Pflanzen- und Tierarten. Die gesamte Fläche ist seit April 2000 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Heinz-Sielmann-Stiftung erwarb im Januar 2002 dieses Areal. Einen Einblick in die Schönheiten dieser einmaligen Naturlandschaft bietet der Fischereierlebnishof Köllnitz nahe des Storkower Ortsteils Groß Schauen. Während die Großen fangfrischen Fisch genießen, das Fischereimuseum besuchen und sich von der Seenlandschaft verzaubern lassen, wartet auf die kleinen Gäste neben Schauteich und Spielplatz die Erlebnisausstellung „Eintauchen und Abheben“. Von der Fischerei Köllnitz aus erreichen Sie bequem zu Fuß die Aussichtstürme in Selchow und am Schablower Weg an den Salzwiesen.

Naturpark Dahme-Heideseen
Der Naturpark Dahme-Heideseen erstreckt sich über 594 km² und repräsentiert einen typischen Ausschnitt der Jungmoränenlandschaft innerhalb des Ostbrandenburgischen Heide- und Seengebietes.
Zahlreiche Gewässer und die endlos scheinenden Waldgebiete geben dem Naturpark Dahme-Heideseen sein besonderes Gepräge. Der teilweise kleinräumige Wechsel unterschiedlicher Lebensräume hat im Naturpark eine vielfältige Flora und Fauna hervorgebracht. Hier leben Biber und Fischotter neben Krebsschere und Schwanenblume. Große Vogelarten wie Seeadler, Fischadler und Kranich lassen sich ebenso gut beobachten wie der kleine, prachtvoll gefärbte Eisvogel. In den kargen Talsand- und Dünengebieten sind es vor allem die naturnahen Flechten-Kiefernwälder, lichten Laubmischwälder und Sandtrockenrasen, die Lebensraum für wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten sind. Das Maskottchen des Naturparks Dahme-Heideseen ist der Walker, auch Türkischer Maikäfer genannt, ein bis zu 3,6 cm großer Blatthornkäfer.
Informieren Sie sich im Besucherzentrum des Naturparks auf der Burg Storkow über die Lebensräume, Tiere und Pflanzen der Region und erleben Sie die besonderen Reize der eindrucksvollen Natur in diesem Großschutzgebiet. Entdecken Sie besondere Biotope, beobachten Sie seltene Tiere und genießen Sie saubere Luft und angenehmes Klima nur 50 km von Berlin entfernt.

Besucherzentrum Burg Storkow. Schloßstraße. 6, 15859 Storkow (Mark)
Tel.: 033678 442838
besucherzentrum@storkow.de